Geschichte des Museums

Odense remise jul 1954Das Dänische Eisenbahnmuseum ist eines der alten Spezialmuseen Dänemarks, gegründet als Museum der Dänischen Staatsbahnen (DSB). Das Museum wurde auf Grund eisenbahngeschichtlichen Interesses und der Sammlung von historischen Gegenständen durch eine Anzahl von DSB-Mitarbeitern in den Jahren vor 1900 geschaffen. Das Eisenbahnmuseum war eines von mehreren Spezialmuseen, die mit dem Schwerpunkt auf bestimmten Berufen, Branchen oder Themen entstanden, wie z. B. das Dänische Technische Museum (1911), das Handels- und Seefahrtsmuseum, das Dänische Agrarmuseum u. a. m.

Das Dänische Eisenbahnmuseum war eines der sogenannten Etatsmuseen, zu denen auch das Zeughausmuseum (1838), das Kriegsmuseum (1957), das Post- und Telegrafmuseum (ältere Sammlung, gegründet 1907) und das Zollmuseum (1912) zählten. Diese Museen bauten nicht wie die kulturgeschichtlichen Museen umfassende Sammlungen auf , sondern sammelten Museumsgegenstände aus ihrem eigenen Bereich – im Falle des Eisenbahnmuseums besonders rollendes Material, Uniformen, Signalgeräte und andere kleinere Objekte.

Das Dänische Eisenbahnmuseum wurde an seinem jetzigen Standort in Odense 1975 eröffnet. Die ersten Ansätze auf dem Gelände und die Sammlung von Gegenständen erstreckten sich jedoch über mehr als ein Jahrhundert. Vor 1900 hatten geschichtlich interessierte dänische Eisenbahner bereits die Initiative für das spätere nationale Eisenbahnmuseum ergriffen. 1904 begann A.L. Ohmeyer eine umfassendere Sammlung von Bildern, Fotografien, Büchern und kleineren Gegenständen. Der erste Vorschlag für ein eigentliches Museum wurde 1907 in der Zeitschrift des Eisenbahnverbandes Vor Stand vorgelegt, in dem die Idee mit dem neuen Kopenhagener Hauptbahnhof, der bald eröffnet werden sollte, in Verbindung gesetzt wurde: „Wenn in wenigen Jahren der Kopenhagener Personenbahnhof in seiner neuen Gestalt fertigsteht, sollte man einen Raum finden, der für das gesamte Personal – vielleicht auch für das Publikum – zugänglich ist und der die beiden Institutionen: eine Eisenbahnbibliothek und ein Eisenbahnmuseum beherbergt. Daher sollte man rechtzeitig den Stoff dafür sammeln."

1915 zeigte Ohmeyer die erste öffentlich zugängliche eisenbahngeschichtliche Ausstellung im Industrieverein in Kopenhagen. Ab dem Haushaltsjahr 1918/19 wurde im Rahmen der Mittel für die Staatsbahnen ein kleiner Betrag für ein Eisenbahnmuseum ins Haushaltsgesetz aufgenommen. Das Dänische Eisenbahnmuseum hat daher kein genaues Gründungsjahr – normalerweise sagen wir, dass das Museum um 1900 gegründet wurde.

Die erste größere Ausstellung fand in einem ehemaligen Eilgutspeicher am Kopenhagener Hauptbahnhof in der Bernstorffsgade statt. Die Ausstellung bestand aus Modellen von Fähren und Schiffen, Fotografien, Modellen von Maschinenteilen, Gleismaterial, Telegraf, Telefon und Signalgeräten. Das Museum war ab 1928 am Hauptsitz der DSB in der Kaserne Sølvgade in Kopenhagen untergebracht und baute dort eine Ausstellung auf, die durch die 1950-60er Jahre u. a. wegen der begrenzten räumlichen Möglichkeiten einen statischen Ausdruck hatte.

Odense Remise interiør jul 1954Die Sammlung des Museums von rollendem Material wurde 1928 begonnen, als die erste Lokomotive, die Dampflokomotive B 45, gebaut von Stephenson & Son 1869, dem Museum übergeben wurde. Bis zum 2. Weltkrieg kamen mehrere Lokomotiven hinzu. Gleichzeitig begann die Sammlung von Wagen. Das Material wurde in mehreren leeren Lokschuppen ohne öffentlichen Zugang abgestellt. 1954 verfügte das Museum über zwei alte englische Lokomotiven, eine deutsche Güterzuglok (G 78) von 1875 und eine Lok der Baureihe P (P 125), 1882 in Deutschland gebaut, sowie einige andere Lokomotiven. Das Museum verfügte über zwei Königswagen und einen zweistöckigen Personenwagen von 1900 sowie einen sehr alten Postwagen der Korsør-Bahn von 1865. Diese Gegenstände befinden sich nach wie vor in den Sammlungen des Eisenbahnmuseums und sind bis auf den alten Postwagen in Odense ausgestellt. In der Nachkriegszeit und im Zuge der Ausmusterung der Dampflokomotiven sammelte das Dänische Eisenbahnmuseum eine sehr umfassende Auswahl rollenden Materials, in den letzten Jahrzehnten ergänzt durch Dieselloks und Triebwagen, S-Bahn-Züge u. a. m.

1965, anläßlich des 100-jährigen Jubiläums der Einweihung der fünischen Eisenbahn wurde die Übernahme des großen Rundlokschuppens unmittelbar beim Bahnhof in Odense vorgeschlagen. Der Lokschuppen wurde 1975 teilweise vom Dänischen Eisenbahnmuseum übernommen. 1988 wurde das Museum nach einer größeren Modernisierung neu eröffnet, u. a. mit der Glaspartie zum Bahnhofsplatz in Odense. In den folgenden Jahren übernahm das Museum schrittweise den gesamten Lokschuppen und verfügt heute über sämtliche Gebäude auf dem Grundstück.

museet i SølvgadeDas Dänische Eisenbahnmuseum stand ab 1989 unter der Leitung des professionellen Historikers Dr. phil. Poul Thestrup und hat einen Stab von Kuratoren mit fachlichem Hintergrund. Am 1. Oktober 2012 trat ph.d. Henrik Harnow seine Stelle als Museumsdirektor an. Das Museum befindet sich gegenwärtig in einem weiteren Professionalisierungsprozess, der sehr umfassende Aufgaben in Bezug auf Registrierung und Konservierung der Sammlungen, den Aufbau der Forschung und neuer Arten von Vermittlung umfasst – auch außerhalb des Museumsgeländes. Leitung und Vorstand des Museums möchten die Eisenbahngeschichte breiten Bevölkerungsschichten vermitteln und zeigen, dass die Eisenbahnen eine wichtige Rolle in der Gesellschaft spielten und spielen und den Alltag aller Dänen und die dänische Landschaft beeinflussen.